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Zweimal gegen den Mainstream Erich-Klabunde-Preis 2007 geht an "Abendblatt-" und "Zeit"-Redakteure

Hamburg. Der renommierte Erich-Klabunde-Preis des Deutschen Journalisten-Verbandes Hamburg (DJV) geht in diesem Jahr, zum 100. Geburtstag des Namensgebers, an zwei Preisträger:

Jens Meyer-Wellmann, Redakteur beim "Hamburger Abendblatt" und Roland Kirbach von der "Zeit". Den beiden Autoren ist es mit ihren Artikeln "Gnadenlos bis in den Tod?" (HA) und "Armutszeugnis für Hamburg" (Zeit) in besonderer Weise gelungen, Themen gegen den Mainstream zu setzen.

"Gnadenlos bis in den Tod?", die Geschichte eines krebskranken Vergewaltigers, der um Haftentlassung zum Sterben nachsucht, mutet den Lesern viel zu und führt sie in ein Dilemma. In beeindruckender Weise schafft es der Autor, durch Dramaturgie und Sprache eine wohltuende Nüchternheit herzustellen, ohne Position für den Protagonisten zu beziehen.

Der Zeit-Artikel "Armutszeugnis für Hamburg" ist eine akribisch recherchierte, breit angelegte politische Analyse der Kinderarmut in Hamburg, einer der reichsten Metropolen Europas. Der Autor blickt dabei besonders auf Jugendliche im Stadtteil Jenfeld, im Osten der Hansestadt. Der Beitrag bietet einen guten Mix aus Information und Reportage und verzichtet wohltuend auf alles Schrille und Plakative.

Beide Autoren haben nach Einschätzung der Jury mit ihren gut recherchierten Artikeln nachhaltige Debatten ausgelöst, Denkanstöße gegeben, die die Hamburger und Hamburgerinnen bewegt haben. Der Jury gehörten, neben Bischöfin Maria Jepsen, die Programmleiterin von NDR 90,3, Claudia Spiewak, die Direktorin der Akademie für Publizistik, Annette Hillebrand, die Chefredakteurin von Hinz & Kunzt, Birgit Müller sowie die DJV-Vertreter Marina Friedt und Albrecht Nürnberger an. Der Erich-Klabunde-Preis wird als feierlicher Höhepunkt auf dem Hamburger Presseball am 20. Januar 2007 von der Vorsitzenden des DJV-Hamburg, Marina Friedt vergeben. Die Laudatio wird der Bundesvorsitzende des DJV, Michael Konken, halten.
 

Das ZEIT-Dossier ist hier zu lesen, die Reportage aus dem Hamburger Abendblatt finden Sie hier.

Im Jahr 2022 hat Jens Meyer-Wellmann den Erich-Klabunde-Preis ein zweites Mal erhalten - dann gemeinsam mit Christoph Heinemann.