Schleswig-Holsteinischer Journalistenpreis 2025

Exzellenter Journalismus ausgezeichnet

11.09.2025

V.l.n.r.: Kai Dordowsky (DJV Nord), Frank Höfer (Hauptpreis, Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag), Kim Lisa Kuizenga (Nachwuchspreis, Lübecker Nachrichten), Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack, Jonas Bickel (Nachwuchspreis, Kieler Nachrichten), Hannes Lintschnig (Hauptpreis, Lübecker Nachrichten), Reinhardt Hassenstein (Kieler Presse-Klub). 

Vier Printredakteure von schleswig-holsteinischen Zeitungsverlagen wurden am Mittwoch, 10. September, mit dem Schleswig-Holsteinischen Journalistenpreis 2025 ausgezeichnet. Frank Höfer vom sh:z-Verlag und Hannes Lintschnig von den Lübecker Nachrichten gewannen die beiden Hauptpreise, die mit jeweils 2000 Euro dotiert sind. Kim Lisa Kuizenga von den Lübecker Nachrichten und Jonas Bickel von den Kieler Nachrichten wurden mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet, der mit jeweils 500 Euro dotiert ist. Gastrednerin und Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) würdigte die Beiträge der vier Redakteurinnen und Redakteure als „exzellenten Journalismus, der Stützpfeiler unserer Demokratie ist.“

Frank Höfer, 55-jähriger Redakteur aus Rendsburg mit dem Schwerpunkt Verkehrsthemen erklärt in seinem Beitrag „Die in den Seilen hängende Attraktion“ die Hintergründe des dauernden Ausfalls der Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Frank Höfer erforscht die Ursachen, zu denen sogar eine Spinnwebe über einem Sensor, der die Fähre steuert, gehört. „Verärgerte Kommunalpolitiker kommen ebenso zu Wort wie enttäuschte Touristen und genervte Anwohner“, sagt die Jury. Und Höfer thematisiert auch das Verhalten der zuständigen Behörde.

Hannes Lintschnig gewann mit seinem Beitrag „Was ist in Lübecks Ausländerbehörde los?“. Der 38-jährige Redakteur aus Lübeck „durchleuchtet in seiner Reportage menschliche Schicksale, die nicht an ihrer individuellen Problemlage wie Herkunftsland oder Sprachproblemen scheitern, sondern an einem System staatlicher Überforderung, das an vielen Stellen am Rande des Zusammenbruchs steht“, erklärte die Jury in ihrer Begründung. 

Kim Lisa Kuizenga sei, unterstützt von ihren Kollegen Markus Carstens und Christian Gödecke, eine aufwendige und vielschichtige Reportage über das Leben in den als Schandflecken verschrienen Hölk-Hochhäusern in Bad Oldesloe gelungen. Durch die Schilderung der persönlichen Schicksale von sechs Mieterinnen und Mietern seien die Leserinnen und Leser emotional in den Bann gezogen worden, heißt es in der Laudatio. Die 27-jährige Redakteurin der Lübecker Nachrichten erhielt dafür den Nachwuchspreis. 

„Zwischen Stacheldraht und Playstation“ heißt der Beitrag von Jonas Bickel. Dem 29-jährigen Redakteur der Kieler Nachrichten gelang es , Zugang zur Abschiebungshafteinrichtung des Landes zu erhalten. „Es sind beklemmende Bilder, die Jonas Bickel in seiner Reportage textlich und fotografisch der Leserschaft präsentiert“, würdigt die Jury diese „hinsichtlich des Themas, der Recherche und der Aufbereitung herausragende Reportage, die ebenfalls mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde.

Träger des Preises sind die Stiftung des Kieler Presse-Klubs und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Nord. Ausgezeichnet werden „Leistungen hauptberuflich tätiger Autorinnen und Autoren, deren Beiträge beispielhaft für herausragende journalistische Arbeit in Schleswig-Holsteins Medien sind.“ Die Kriterien für preiswürdige Beiträge sind gründliche Recherche, eingehende Analyse und breite Information sowie Vorbildlichkeit in Sprache und Stil. Inhaltlich muss es um relevante Themen oder Ereignisse in Schleswig-Holstein gehen. Der Schleswig-Holsteinische Journalistenpreis wird seit 2015 verliehen. In diesem Jahr gingen 34 Beiträge bei der Jury ein. 

Die Preisverleihung fand am 10. September 2025 im Rahmen einer Feierstunde im Sparkassen- und Giroverband in Kiel statt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.shjp.de und im Bereich Journalistenpreise des DJV Nord auf dieser Seite.


Für Fragen steht Ihnen Reinhardt Hassenstein unter 0171-7794014 zur Verfügung.

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