Preisträger 2026: Severin Pehlke

Der Journalist Severin Pehlke wird für seinen Fernsehbeitrag „NDR Story – Richter und Täter – Wiedersehen auf St. Pauli“, den das NDR Fernsehen erstmalig am 26. Mai 2025 ausgestrahlt hat, mit dem Erich-Klabunde-Preis 2026 ausgezeichnet.

Pehlkes 45-minütiger Beitrag stellt den pensionierten Jugendrichter Johann Krieten bei Zusammentreffen mit vormals jugendlichen Intensivtätern vor. Dabei wählt der Autor eine ungewöhnliche Erzähl-Perspektive: Er begleitet Krieten bei den Wiedersehen mit den damaligen straffälligen Jugendlichen, deren Schicksale auch vor dem Hintergrund seiner eigenen Urteile, ihn selbst nach mehr als einem Jahrzehnt nicht loslassen. Die begleitete Spurensuche setzt ganz beiläufig den Hamburger Stadtteil St. Pauli, damalige Wirkungsstätte der jugendlichen Straftäter und Straftäterin, in Szene. Die ästhetischen Bildkompositionen gepaart mit einem modernen Bildschnitt und stimmiger Musikuntermalung ziehen von der ersten Minute in den Bann. Rückblicke mit Archivmaterial und alten Zeitungsartikeln verleihen der Reportage zusätzlich zu den Protagonisten und der Protagonistin Authentizität. Ein weiterer berührender Aspekt sind die persönlichen Einblicke in Krietens eigene Jugend.

Laut der Jury ist „Richter und Täter – Wiedersehen auf St. Pauli“ ein handwerklich hervorragender Film über Lebenswege, Straftaten und die (begrenzten) Möglichkeiten des Jugendstrafrechts.

Der ausgezeichnete Beitrag ist in der ARD-Mediathek zu sehen.

Severin Pehlke hat nach seinem Studium der Politikwissenschaft und Journalistik in Hamburg, Istanbul und Aarhus ein Volontariat beim NDR absolviert. Seit 2024 arbeitet er dort als Autor und Reporter und hat Beiträge für die NDR Story, STRG_F und ZAPP realisiert. Außerdem berichtet er regelmäßig über soziale und gesellschaftspolitische Themen für das Hamburg Journal.