DEUTSCHER JOURNALISTEN-VERBAND NORD HAMBURG – SCHLESWIG-HOLSTEIN GEMEINSAM.MACHEN.

Ich hatte in meiner Berufslaufbahn das Glück, immer wieder von erfahrenen JournalistInnen in sehr kaltes und strömungsreiches Wasser geworfen zu werden. Ich habe viele Chancen bekommen und hatte meistens unprätentiöse RedaktionsleiterInnen, die in der Sache überaus kritisch waren und nicht persönlich wurden. Dass es wirklich um den guten Film geht, wurde dadurch nicht zur Illusion. Wirklich gute Filme für Formate wie 37 Grad und Arte Re: zu machen, ist nur möglich mit intensiver Recherche und ProtagonistInnen, die sich trotz Vorbehalte auf das Wagnis einlassen, sich einer Autorin vollkommen zu öffnen, ohne Netz und doppelten Boden Vertrauen schenken. Nach 25 Jahren sind für mich unverändert am Wichtigsten die Nachrichten, die mich unmittelbar nach Erstausstrahlung erreichen. „Ich bin sehr froh, Ihnen vertraut zu haben“, ist für mich Nährboden und Motivation für den nächsten Film.  Ich liebe meinen Beruf nach wie vor mit allem erdenklichen Herzblut!

 

Als größte Herausforderung an JournalistInnen sehe ich ganz klar die Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit. Immer häufiger sehe ich uns konfrontiert mit Vorwürfen der allgegenwärtigen Fake News und im Bekanntenkreis häuft sich die Frage nach Einflussnahme auf unsere Berichterstattung. Die Transparenz im Netz empfinde ich persönlich als hilfreich, es reicht heutzutage nicht mehr, gewünschten Protagonisten zu sagen „Wir sind die Guten, wir berichten für Format X und Sender Y“. Der Verweis auf die bisherige Arbeit (beispielhaft online zu sehen) und Berichterstattung und Referenzen über die eigene Arbeit sind heute vielfach ein Kriterium für die Zusage potentieller ProtagonistInnen.

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