In jedem Jahr danken wir Mitglieder, die dem DJV schon seit 25, 40, 50, 60, 65 oder sogar 70 Jahren die Treue halten.
Einige der 2026 geehrten Kolleginnen und Kollegen stellen wir Ihnen hier vor, jeweils in ihren eigenen Worten zu Werdegang und Erfahrungen - und auch mit Appellen.
Thomas SCHWENNESEN - 25 Jahre
Nach einem 2,5-jährigen Aufenthalt als Entwicklungshelfer in Malaysia/Kuala Lumpur, der
damals als Ersatzdienst für die Bundeswehr anerkannt wurde, habe ich mich meinem
Schulfreund und Gründer des Stadtmagazins SZENE Hamburg, Klaus Heidorn, Anfang der
70iger Jahre angeschlossen. Mit einem großen tollen Team war das eine erfahrungsreiche
und interessante Herausforderung. Nach dem frühzeitigen Tod meines Schulkameraden und
Verlegers Klaus Heidorn freut es mich. dass ein sehr engagiertes Team das Stadtmagazin
bis heute weiterführt.
Mitte der 80iger Jahr habe ich die SZENE verlassen. Ich hatte Kontakt zu einer Hamburger
Selbsthilfeorganisation, die sich mit der chronisch sichtbaren Hauterkrankung Neurodermitis
beschäftigte. Dort zum Vorsitzenden gewählt habe ich aus meiner SZENE-Erfahrung heraus
mit meinem thomas Schwennesen verlag tsv und einem engagierten Team das
Mitgliedermagazin hautfreund von einem A5-"Blättchen" zu einem zeitgemäßen Objekt im
magazinformat gestaltet und vertrieben.
Anfang des Jahres 2001 bin ich dem DJV beigetreten.
Mit der Mitgliedschaft im DJV unterstütze ich den freien Journalismus und die freien Medien.
Wer das ablehnt und dagegen kämpft ist eigentlich das kleinste Licht auf dieser Welt, denn
die Person muss sich insgeheim eingestehen, dass nur durch Gewalt die eigenen Argumente
bei anderen Menschen erhört und durchgesetzt werden können und nicht durch
Überzeugung. Das fängt ganz unten an und endet ganz oben.
Im Laufe der Jahre kamen zu unserer Arbeitsgemeinschaft Haut noch zwei weitere
Selbsthilfeorganisationen hinzu, die sich mit der Rosazea (Gesichtsröte) und der Vitiligo
(Weißfleckenkrankeit) sehr bekannt geworden durch die Betroffenheit u.a. von Michael
Jackson oder dem Model Winnie Harlow. Auch diese Selbsthilfeorganisationen haben jeweils
ein Mitgliedermagazin, ROSAZEA journal und VITILIGO Information.
Mit den später hinzugekommenen digitalen Medien verfügen wir über eine große
Zielgruppenansprache ohne Streuverluste und mit hoher Reichweite für Betroffene,
Angehörige medizinischer Fachberufe zum besseren Verständnis für die Wünsche ihrer
Patientenschaft sowie für Medien- und Mediapartner.
Ich setze mich auch weiterhin bei jeder passenden Gelegenheit für Medienfreiheit ein, denn
es ist ein hohes Gut für unsere Demokratie und gerät leider zunehmend in Gefahr! Bitte das
auch immer wieder allen klarmachen, denn wenn die Medienfreiheit stirbt, sterben auch die
anderen demokratischen Kommunikationsmöglichkeiten. Was das heißt muss allmählich
jedem klar sein, denn es wird uns tagtäglich auf dieser Welt vielfach und
menschenverachtend vorgeführt.
In diesem Zusammenhang wünsche ich ebenfalls dem Deutschen Journalisten Verband und
all seinen engagierten Mitgliedern eine gute, lange und einflussreiche Zukunft!
Werner JUNGE - 50 Jahre
Anruf aus der Setzerei: „Werner, ‚zur Zeit‘ wird nach dem neuen Duden nicht mehr ‚zett-Zett-T‘ abgekürzt, sondern nur noch klein Z, versal Z – soll ich das ändern?“ – ich wollte nicht, dass der Kollege bei „Husumer Druck“ es änderte. Heute denke ich gerne an die „Bleizeit“ zurück, an die Kollegialität und auch die Reibereien, die wir als angehende Redakteure mit den Setzern, Metteuren, Lektoren und Druckern hatten. Auf Eiderstedt aufgewachsen, nach dem Abitur als Freier gestartet, begann mein Volontariat bei den Husumer Nachrichten Oktober 1975. Mit 21 war ich Redakteur, mit 22 Flieger der Luftwaffe. Nach dem „großen Schnee“ übernahm ich eine neue Lokalredaktion in Bredstedt. Weil es mit dem Lichtsatz in der Zentrale in Flensburg nicht klappte, stellten wir in einer kleinen Druckerei vor Ort jeden Werktag die Seite „Bredstedter Rundschau“ als Bleisatz fertig und schicken sie im „Schiff“ (der damals gebräuchliche stählerne Spannrahmen für den Satz) nach Flensburg. Mit dem Start der Regionalprogramme des Norddeutschen Rundfunks, in Schleswig-Holstein der NDR 1 Welle Nord, wechselte ich am 1. April 1981 in das Studio Flensburg. Im September 1982 schickte mich der NDR nach Heide, um dort ein neues Regionalstudio aufzubauen. Das gelang mit Schwung, doch nach acht Jahren war mir nach Wechsel. Zu meinem Erstaunen sollte ich nun im Landeshaus in Kiel das Büro für den Landeshauskorrespondenten neu aufbauen. 15 Jahre war ich im Landeshaus. Mit Björn Engholm begann es, mit der Nichtwahl von Heide Simonis März 2005 endete meine Zeit als „Politiker“. Stark auch in der Landespressekonferenz engagiert, war mein Fazit, bevor man Teil des Apparates wird, ist es erneut Zeit für einen Wechsel. Ich wollte zurück zu den Anfängen nach Flensburg. Dort übernahm ich 2005 das Studio und leitete es elf Jahre. Das ich dort nicht pensioniert wurde, lag am plötzlichen Ausfall eines lieben Kollegen, der in Kiel für Heimat, Kultur und Niederdeutsch zuständig war. Als Plattdeutscher, Kenner der Landesgeschichte und -kultur erschien ich geeignet, ihm zu folgen. Fünf Jahre war ich für die Sendung „Von Binnenland und Waterkant“ zuständig, habe mit den Kollegen niederdeutsche und friesische Erzählwettbewerbe organisiert. Von Anfang an habe ich mit ein wenig Ehrgeiz und auch persönlichem Gewinn mich in der Volontärausbildung engagiert. Das hat mir zunehmend Spaß gemacht (und angeblich den Vollis was gebracht). Seit den 1990er Jahren bin ich im Vorstand der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte. Seit 2001 baue ich mit viel Einsatz die Homepage www.geschichte-s-h.de auf. Weil ich da eine Aufgabe habe, konnte ich entspannt in den Ruhestand wechseln. Im nicht mehr SHJV bin ich inzwischen 50 Jahre. Während des Druckerstreiks April/Mai 1976 waren die SHJV-Kollegen auch in Husum, solidarisch mit dju und IG Druck, doch wir wurden auch darin bestätigt, dass die Interessen der Journalisten andere sind als die der Technik und es deshalb richtig ist, sich in einer Journalistengewerkschaft zu engagieren.