Zweite Runde hat begonnen
NDR-Tarifverhandlung
Ansprechpartner*in
Dr. Anja Westheuser
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der NDR hat uns in der heutigen zweiten Verhandlung über Gehälter und Honorare ein Angebot gemacht:
Erhöhung von Gehältern und Honoraren zum
1. Juli 2026 um 1,23%
1. Juni 2027 um 1% –– sofern es bis dahin eine Beitragsanpassung gibt, beträgt diese Erhöhung 1,43%
1. April 2028 um 1% –– sofern es bis dahin eine Beitragsanpassung gibt, beträgt diese Erhöhung 1,43%.
Auf Nachfrage erklärte der NDR, dass auch bei einer Beitragsanpassung etwa zum 1. Juli 2027 die zusätzlichen 0,43% erst zum 1. April 2028 gezahlt werden sollten, nicht schon zum Zeitpunkt der Beitragserhöhung.
Auszubildende und Volos erhalten zu den o.g. Zeitpunkten eine Anhebung von je 60 (in 2026 und 2027) bzw. 30 Euro (in 2028), unabhängig von einer Beitragsanpassung.
Die Laufzeit soll 35 Monate betragen, also vom 1. Februar 2026 bis zum 31. Dezember 2028.
Im Gegenzug fordert der NDR Verschlechterungen im Manteltarifvertrag:
Ziffer 512.2: befristete Eingruppierungen sollen künftig dreimal binnen 6 Jahren möglich sein
Ziffer 313.3: dienstfreie Tage entstehen nur noch, wenn am Wochenende oder an Feiertagen gearbeitet wird
Ziffer 324: Verlängerung des Ausgleichszeitraumes auf 12 Monate (bisher 6 Monate)
Ziffern 330 ff: Neufassung der Regelungen zu Versetzung und Abordnung vor dem Hintergrund verstärkter Zusammenarbeit der Sender.
––
Bewertung: Das Angebot bleibt deutlich hinter der Forderung der Gewerkschaften nach einer Erhöhung von 7 % bei einer Laufzeit von zwölf Monaten zurück. Auf unsere Forderungen zur Entlastung von Festen und Freien, wie etwa die Gewährung von Ausgleichstagen für Kolleg:innen in unregelmäßigen Diensten, einen Ausgleich von Überstunden und Mehrarbeit in allen Vergütungsgruppen, zwei zusätzliche Urlaubstage für 12a-Freie (wie schon für Feste) ist der NDR nicht eingegangen. Auch die Zahlung einer „Starthilfe“ von 2.000 Euro für Auszubildende und Volos, die es ihnen erleichtern würde, ihren Berufsweg in teuren Städten wie Hamburg, Hannover, Schwerin oder Kiel zu beginnen, war kein Thema. All diese „Nebenforderungen“ müssten die Gewerkschaften mit Abstrichen bei den angebotenen linearen Erhöhungen erkaufen, so sieht es der NDR.
Besonders ärgerlich ist, dass der NDR erneut versucht, Erhöhungen von Honoraren und Gehältern an den Rundfunkbeitrag zu koppeln. Als DJV weisen wir diesen Versuch von Rundfunkpolitik auf dem Rücken der NDR-Beschäftigten zurück!
In einem gemeinsamen Flugblatt haben DJV, unisono und verdi ihre Enttäuschung über die heutige Verhandlung zum Ausdruck gebracht, wir haben es für Sie angehängt.
Mit besten kollegialen Grüßen
für das DJV-Verhandlungsteam
Dr. Anja Westheuser
Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin)
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